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Growth Marketing: Was es ist und wie du es schaffst

Titelbild Blogbeitrag "Growth Marketing: Was ist das?"
Maurice – August 8, 2023 – 10 min read

Unser Growth Marketing Ansatz ist auf einem einzigen Prinzip aufgebaut:

Niemand mag Werbung!

Leider hat Werbung über die letzten 100 Jahre die Marketinglandschaft dominiert. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Zum Glück für uns alle!

Denn wer mag es schon am Tag, 30 uninspirierte Clips von irgendeinem großen Autohersteller zu sehen, der uns unentwegt suggeriert, dass wir ohne sein neues Modell zu einer schlechteren Gruppe Menschen gehören.

Die Welt des Marketings befindet sich im ständigen Wandel und neue Trends verschwinden häufig genau so schnell, wie sie aufgetaucht sind. Doch Growth Marketing ist mehr als ein Trend, es ist ein Marketingansatz, der zu bleiben verspricht.

Doch was ist eigentlich Growth Marketing und warum ist es so andersartig?

Was ist Growth Marketing?

Growth Marketing ist ein ganzheitlicher Ansatz im modernen Marketing, um Kunden zu gewinnen, zu binden und zu halten.

Growth Marketing ist ein ganzheitlicher Ansatz im modernen Marketing, um Kunden zu gewinnen (attract), zu binden (engage) und zu halten (retain). Hierbei basiert Growth Marketing auf unermüdlichem Experimentieren und auf einem intensiven Fokus, der sich verändernden Motive und Vorlieben der Kunden.

Mit anderen Worten:

Growth Marketer konzentrieren sich auf den gesamten Marketing Funnel, testen ständig neue Taktiken und folgen dabei einer zuvor entwickelten Strategie, um herauszufinden, wie mehr Kunden gewonnen und gehalten werden können.

Doch was unterscheidet Growth Marketing denn jetzt vom klassischen Marketing?

Was unterscheidet Growth Marketing von klassischem Marketing?

Growth Marketing konzentriert sich auf den gesamten Marketing Funnel und basiert auf harter Evidenz in Form von Daten. Klassisches Marketing und Online Marketing konzentrieren sich hingegen nur auf einzelne Aspekte des Marketing Funnels und beruhen in der Regel auf Meinungen und Befragungen.

Sehen wir uns die beiden Funnel also genauer an, um die Unterschiede klarzumachen.

Der klassische Marketing Funnel

Der klassische Marketing Funnel

Ein Marketing Funnel im klassischen Verständnis umfasst die sechs, folgenden Phasen und diese Phasen haben unterschiedliche Ziele:

Phase 1 Awareness (Bewusstsein):

In Phase 1 liegt das Ziel darin, Aufmerksamkeit für das Produkt oder die Dienstleistung zu gewinnen.

Zur Unterstützung in dieser Phase werden die folgenden Dinge genutzt:

  • Marketingkampagnen
  • Befragungen
  • Events
  • Blogs
  • Webinare
  • Mails
  • Social Media
  • SEO

Phase 2 Interest (Interesse):

In Phase 2 geht es darum, direktes Interesse für das Produkt oder die Dienstleistung beim Kunden zu wecken.

Zur Unterstützung werden die folgenden Dinge genutzt:

  • Mails
  • Spezifischer Content
  • ROI driven Blog Artikel
  • Newsletters
  • Kurse

Phase 3 Intent (Absicht):

In Phase 3 geht es darum, Interesse für das Produkt oder die Dienstleistung in eine konkrete Kaufabsicht zu wandeln.

Zur Unterstützung in dieser Phase wird Folgendes genutzt:

  • Mail Kampagnen
  • Produktinformationen
  • Case Studies
  • Free Trials

Phase 4 Consideration (Erwägung):

In Phase 4 geht es darum, die Vorteile des Produkts oder der Dienstleistung im Kopf des Kunden zu verankern.

Zur Unterstützung in dieser Phase werden die folgenden Dinge genutzt:

  • Demos
  • Einkaufswagen
  • Sales Ads

Phase 5 Evaluation (Vergleich):

In Phase 5 geht es darum, dem Kunden einen Vergleich mit anderen Produkten zu ermöglichen und so eine Kaufentscheidung herbeizuführen.

Zur Unterstützung wird Folgendes genutzt:

  • Marketingarbeit
  • Sales

Phase 6 Purchase (Kaufentscheidung):

In Phase 6 wird nur noch die Kaufentscheidung herbeigeführt.

Der Growth Marketing Funnel

Nun hast du einen Eindruck vom klassischen Funnel gewonnen. Im Gegensatz hierzu ist ein Growth Marketing Funnel ganzheitlicher.

Denn wie du sehen kannst, berücksichtigt der klassische Marketing Funnel nur die einzelnen Phasen bis zum Kaufabschluss, sodass der Funnel mit dem Kauf endet. Das klassische Marketing richtet die Marketingaktivitäten also ausschließlich auf den Kauf als Ziel aus.

Doch könnte dies nicht falscher sein, da hier echtes Wachstum erst ansetzt. Deshalb müssen wir den klassischen Marketing Funnel um weitere Phasen ausweiten, um einen ganzheitlichen Marketingansatz zu finden.

Sehen wir uns also den Growth Marketing Funnel an: 

Growth Marketing Funnel

Phase 1 Awareness (Bewusstsein):

Auch der Growth Marketing Funnel verfügt über eine Awareness Phase und auch in dieser liegt der Fokus darauf, so viele Leute wie möglich zu erreichen.

Zur Unterstützung in dieser Phase werden die folgenden Dinge genutzt:

  • Marketingkampagnen
  • Befragungen
  • Events
  • Blogs
  • Webinare
  • Mails
  • Social Media
  • SEO

Phase 2 Acquisition (Akquisition):

Phase 2 umfasst das Akquirieren und das anfängliche Qualifizieren von Leads.

Zur Unterstützung in dieser Phase werden die folgenden Dinge genutzt:

  • Spezifischer Content
  • ROI driven Blog Artikel
  • Newsletters
  • Kurse
  • Mail Kampagnen
  • Produktinformationen
  • Case Studies
  • Free Trials
  • Sales Ads

Phase 3 Activation (Aktivierung):

In dieser Phase geht es darum, dass die jeweiligen Kunden sich anmelden, etwas kaufen oder eine andere Handlung vollführen, die sie endgültig in den Growth Marketing Funnel bringt.

Phase 4 Retention (Fürsprache):

In Phase 4 geht es darum, den Kunden durch das Produkt so sehr zufriedenzustellen, dass er es wieder kaufen wird.

Phase 5 Referral (Empfehlung):

Das Ziel dieser Phase ist es, den Kunden zu ermutigen, das Produkt in seinem Umfeld aktiv weiterzuempfehlen.

Phase 6 Revenue (Ertrag):

In dieser Phase geht es schließlich darum, den Ertrag zu maximieren.

Vergleich Growth Marketing Funnel und klassischer Marketing Funnel

Der holistische Ansatz des Growth Marketing

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Growth Marketing einen ganzheitlichen bzw. holistischen Ansatz verfolgt, bei dem es nicht nur um die Gewinnung oder den Austausch von Kunden geht, sondern auch um die Bindung und das Halten. Das Growth Marketing begleitet also den gesamten Lebenszyklus des Kunden.

Der Fokus liegt hierbei auf der Kundenbindung, dem Cross-Selling, dem Upselling und anderen Dingen, welche die Kundenbindung erhöhen und den Customer Lifetime Value maximieren.

„Es ist fünfmal teurer, einen neuen Kunden zu gewinnen, als einen bestehenden zu halten.“

Lass also die Kosten für deine Neukundengewinnung nicht als Sunk Costs verebben. Sondern nutze diese richtige und wichtige Investition, um deine Kunden langfristig zufriedenzustellen, sie zu treuen Markenbotschaftern zu machen und so nachhaltiges Wachstum zu erzielen.

Und dies erreichst du mit deinem Growth Marketing Ansatz.

Warum legt Growth Marketing so großen Wert auf das Experimentieren?

Nun, über die Jahre haben wir gelernt, dass Befragungen und Meinung nur Halbwahrheiten vermitteln und der Mensch an sich nicht sehr viel über seine eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Träume weiß.

Mit anderen Worten: Growth Marketing beschäftigt sich mit dem komplexesten Wesen überhaupt – dem Menschen.

Dieser komplexe Mensch lebt zudem noch in einer immer komplexer werdenden Welt und daher muss so viel es geht experimentiert werden.

Hinzukommend gibt es heute dank der Macht des Internets mehr Möglichkeiten als je zuvor, potenzielle Kunden zu erreichen und Daten zu sammeln. Gleichzeitig hat die Konkurrenz aber ebenfalls exponentiell zugenommen und deshalb ist es wichtiger denn je, kreative Wege zu finden, um sich von der Masse abzuheben.

Denn sind wir ehrlich, bevor wir den ersten Schluck Alkohol zu uns nehmen, bevor wir legal ein Kraftfahrzeug bedienen dürfen, bevor wir überhaupt rechtlich geschäftsfähig sind, haben wir bereits über 10.000 Werbeanzeigen konsumiert.

Wir alle sind satt von schlechtem Marketing und daher mag auch niemand Marketing. Denn es wird synonym mit miserabler Werbung verwendet.

Genau dieses Problem versucht aber das Growth Marketing zu lösen. Denn durch das ständige Testen neuer Ideen und Strategien können Growth Marketers schnell herausfinden, was auch heute noch funktioniert und was nicht.

Und weil Growth Marketer ebenfalls das Kundenverhalten ständig beobachten, können sie ihre Taktiken und Strategien schnell anpassen, um der Zeit immer einen Schritt voraus zu sein.

Wenn du dich also dazu entscheidest, in die moderne Welt des Marketings einzusteigen oder einfach nur lernen willst, wie du dein eigenes Marketing besser gestalten kannst, dann ist Growth Marketing ein guter Ausgangspunkt für dich.

Denn ein Growth Marketing Ansatz macht den Kunden und seine Bedürfnisse zum Ausgangspunkt aller Bemühungen. 

Doch welche Ziele verfolgen Growth Marketer mit ihrer Art des Marketings?

Was sind die Ziele von Growth Marketing?

Das Hauptziel des Growth Marketing ist es, über eine Vielzahl von Kanälen neue Kunden zu gewinnen und dadurch ein Unternehmen so schnell und nachhaltig wie möglich wachsen zu lassen.  

Ziele von Growth Marketing

Wie zuvor schon kurz angesprochen ruht Growth Marketing auf drei Säulen: 

  • Der Kundenakquise:
    Hier geht es darum, kreative Wege zu finden, um potenzielle Kunden zu erreichen und sie für dein Produkt oder deine Dienstleistung zu begeistern.
  • Dem Engagement:
    Sobald neue Nutzer gewonnen wurden, ist es wichtig, sie an die eigene Marke zu binden. Dies kann beispielsweise durch E-Mail Marketing oder Content Marketing Maßnahmen erreicht werden.
  • Der Retention:
    Die letzte Säule stellt die Kundenbindung (Retention) dar, denn hier geht es darum, den Kunden so zufriedenzustellen, dass dieser immer wieder zurückkommt. Dies kann durch folgende Dinge erreicht werden: Einen hervorragenden Kundenservice, Treueprogramme oder Rabatte und Gutscheine.

 Deshalb gilt:

Ganz gleich, welche Marketingziele du verfolgst, Growth Marketing kann dir dabei helfen, sie zu erreichen. Dies liegt hauptsächlich an den einzigartigen Kernbereichen, die jeder Growth Marketing Ansatz mit sich bringt.

Sehen wir uns diese also genauer an. 

Die 3 Kernbereiche des Growth Marketing

Growth Marketing ist eine facettenreiche Disziplin, die sich auf verschiedene Bereiche konzentriert, um das Wachstum eines Unternehmens zu fördern. Dennoch gibt es speziell 3 Kernbereiche, die im Zuge jeder Strategie beachtet werden sollten: die Conversion Optimierung, die Iteration und das Experimentieren sowie den Content-Aspekt. 

3 Kernbereiche des Growth Marketing

1 – Conversion Optimierung

Die Conversion Optimierung ist ein wesentlicher Aspekt des Growth Marketings. Sie beinhaltet die Anwendung von datengetriebenen Techniken, um die Anzahl der Besucher zu erhöhen, die eine gewünschte Aktion auf Ihrer Website oder App ausführen. Dies könnte der Kauf eines Produkts, das Abonnieren eines Newsletters oder das Ausfüllen eines Kontaktformulars sein.

Mit anderen Worten trägt die Conversion Optimierung dazu bei, dass deine Besucher genau das tun, was du willst, um letztlich zu treuen Kunden zu werden. Denn jede Marketingoperation ist nutzlos, wenn es dir nicht gelingt, Traffic in zahlende Kunden zu verwandeln.

Doch was sind die Best Practices der Conversion Optimierung?

Einige Techniken der Conversion Optimierung beinhalten: 

  • A/B-Tests: Dabei werden zwei Versionen einer Webseite oder eines bestimmten Elements auf der Seite getestet, um zu sehen, welche besser abschneidet.
  • Nutzererfahrung (Customer Experience) Optimierung: Dies beinhaltet die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit und des Designs Ihrer Website oder App, um das Engagement und die Zufriedenheit der Nutzer zu erhöhen.
  • Call-to-Action (CTA) Optimierung: Hierbei geht es darum, überzeugende und klare CTAs zu erstellen, die die Nutzer zur Durchführung einer gewünschten Aktion anregen.

Du erkennst also schon, die Conversion Optimierung beinhaltet all das, was die Reise deines Kunden reibungsloser verlaufen lässt und deshalb sind die Möglichkeiten der Conversion Optimierung auch endlos. Vollziehe einfach die Reise deines Kunden nach und frage dich immer wieder:

Welchen Abschnitt, Prozessschritt oder welches Design könnte ich übersichtlicher, einfacher oder ansprechender gestalten?

GMM Tipp: Verwende Heatmaps und Nutzerverhaltenstools, um zu verstehen, wie die Nutzer mit deiner Website interagieren und wo mögliche Hindernisse für eine höhere Conversion liegen könnten.

2 – Iteration und Experimentieren

Ein weiterer zentraler Bereich des Growth Marketings ist die kontinuierliche Iteration und das Experimentieren. Growth Marketer setzen auf datengetriebene Experimente, um Hypothesen zu testen, die Leistung zu verbessern und das Wachstum zu fördern.

Solche Experimente beinhalten: 

  • Durchführung von A/B-Tests, um verschiedene Marketingstrategien zu vergleichen und zu sehen, welche am effektivsten ist.
  • Implementierung neuer Features oder Änderungen und Messung ihrer Auswirkungen auf die Nutzerbindung und -konversion.
  • Nutzung von Datenanalysen, um Einblicke in das Nutzerverhalten zu gewinnen und Bereiche für Verbesserungen zu identifizieren.

Die neusten Technologien erlauben kreativen Marketern verrückt zu sein und neue Dinge auszuprobieren, ohne viel aufs Spiel zu setzen. Denn jede Idee kann mit einer kleinen Kohorte getestet werden und Schritt für Schritt kann dieser Test erweitert werden, bevor du ganze Kampagnen oder Websites veränderst.

Die Kunst des Growth Marketing ist es, mit wenig Geld große Risiken einzugehen, anstatt mit viel Geld, inkrementelle Risiken einzugehen.

GMM Tipp: Seid niemals entmutigt, wenn ein Experiment fehlschlägt. Jedes Experiment, ob erfolgreich oder nicht, liefert wertvolle Erkenntnisse, die dir helfen, dein Produkt oder deine Strategie zu verbessern.

3 – Content

Content ist wahrscheinlich das mächtigste Werkzeug im Arsenal eines Growth Marketers. Denn hochwertiger, relevanter Content kann dazu beitragen, die Sichtbarkeit der eigenen Marke zu erhöhen, das Engagement zu fördern und die Nutzerbindung langfristig zu stärken.

Eine holistische Content Strategie beinhaltet: 

  • Die Erstellung von Blog-Posts, E-Books, Videos und anderen Arten von Inhalten, die für deine Zielgruppe von Interesse und Nutzen sind.
  • Die Nutzung von SEO (Search Engine Optimization), um die Sichtbarkeit deines Contents in den Suchmaschinenergebnissen zu erhöhen.
  • Die Erstellung von Content, der deine Nutzer dazu ermutigt, deine Produkte oder Dienstleistungen zu nutzen und mit deiner Marke zu interagieren.

Content kann den gesamten Marketing Funnel abbilden, eure Kunden auf euch aufmerksam machen, sie in euren Einflussbereich ziehen, von eurem Angebot überzeugen, sie zu Käufern machen und letztlich sogar in Marketingbotschafter verwandeln.

Content wird die Front sein, an der die großen Marktanteile der Zukunft verteilt werden. Hier können wahre Burggräben ausgehoben und langfristig, gegen die aufkommenden und bestehenden Konkurrenten verteidigt, werden.

GMM Tipp: Verwende Tools wie Google Analytics und Social Media Analytics, um zu verstehen, welche Arten von Content bei deiner Zielgruppe am besten ankommen und welche Themen oder Formate du in Zukunft priorisieren solltest. 

Zusammenfassend lässt sich jetzt eigentlich nur noch sagen, dass die drei Kernbereiche des Growth Marketings eng miteinander verknüpft sind und wie Zahnräder ineinander greifen sollten, um das Wachstum eines Unternehmens zu fördern. Durch die Anwendung von datengetriebenen Techniken, erstklassigem Content und kontinuierlichen Experimenten können Growth Marketer nämlich die Leistung ihres gesamten Unternehmens verbessern, das Nutzerengagement erhöhen und so letztlich das Wachstum fördern. 

Alles schön und gut, doch wie gelingt es nun eigentlich,ein Growth Marketing Konzept im eigenen Unternehmen zu implementieren? 

Eine Growth Marketing Strategie formulieren

Die Implementierung von Growth Marketing in deinem Unternehmen kann eine herausfordernde Aufgabe sein, insbesondere wenn du nicht genau weißt, wo du eigentlich anfangen sollst. Aber keine Sorge, wir sind hier, um dir zu helfen.

Wir bei Growth Marketing Map sind davon überzeugt, dass es hierfür einen ganzheitlichen Prozess braucht, der alle Aspekte eines Unternehmens beachtet. Dieser Prozess sollte Aspekte wie die Festlegung von KPIs und Wachstumsmetriken, die Definition der eigenen Zielgruppe, die Ausarbeitung einer Preisstrategie bis hin zur Bestimmung Ihrer Growth Channels und der Erarbeitung einer Retention Strategie beinhalten.

Bild Strategie formulieren

Natürlich gehören aber darüber hinaus noch viel mehr Aspekte dazu. Dem Grunde nach kann eine Growth Marketing Strategie durch die Durchführung der folgenden Schritte erreicht werden:

  1. KPIs und Wachstumsmarketing-Metriken festlegen
  2. Zielgruppe definieren und eine Persona ausarbeiten
  3. Positionierung und USP
  4. Preisstrategie und Offer formulieren
  5. Buyers Journey und den Customer Lifecycle ausarbeiten
  6. Growth Channels bestimmen
  7. Funnel Strategie ausarbeiten (Social Media S. Content Marketing S, Mail Marketing S.)
  8. Retention Strategie ausarbeiten (Recommendation, Positive Feedback Loop)
  9. Platz für Kreativität, Testung und Experimentieren lassen
  10. Wachstumsstrategie skalieren
  11. Technologie und Tools richtig einsetzen
  12. Growth Marketing iterieren

Diese 12 Schritte sind als Bullet Points schnell heruntergeschrieben, doch es steckt unwahrscheinlich viel hinter der konkreten Ausarbeitung einer passenden Growth Marketing Strategie für dein Unternehmen. Daher zeigen wir dir klar und greifbar, wie du diese Schritte durchführen kannst und auf was es dabei ankommt: Artikel/E-Book: XXX

Nun haben wir viel über Growth Marketing gesprochen, aber noch nicht darüber, was jemanden ausmacht, der gutes Growth Marketing ganzheitlich ausführen kann.

Was macht einen Growth Marketing Manager aus?

Ein Growth Marketing Manager oder Growth Manager ist ein Profi, der sich darauf konzentriert, das Wachstum eines Unternehmens durch die Entwicklung und Implementierung von Marketingstrategien und -taktiken zu fördern. Aber was genau macht einen guten Growth-Marketer aus?

Das macht einen Growth Marketing Manager aus

Zu den Fähigkeiten und Eigenschaften eines Growth-Marketers gehören die folgenden: 

  • Datenorientiert:
    Ein guter Growth-Marketer ist in der Lage, Daten zu analysieren und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Er nutzt Daten, um seine Strategien zu prüfen und zu optimieren.
  • Experimentierfreudig:
    Growth-Marketer sind bereit, neue Dinge auszuprobieren und zu experimentieren. Sie sind nicht zurückhaltend, Risiken einzugehen und aus ihren Fehlern zu lernen.
  • Kreativ:
    Obwohl sie datenorientiert sind, sind Growth-Marketer auch kreativ. Sie sind in der Lage, innovative und einzigartige Marketingstrategien zu entwickeln, die sich von der Konkurrenz abheben.
  • Vielseitig:
    Growth-Marketer sind in vielen verschiedenen Bereichen des Marketings versiert, von SEO und Content-Marketing bis hin zu Social Media und E-Mail-Marketing.
  • Ergebnisorientiert:
    Vor allem sind Growth-Marketer auf Ergebnisse ausgerichtet. Sie konzentrieren sich darauf, konkrete, messbare Ergebnisse zu erzielen, die das Wachstum des Unternehmens fördern.

GMM Tipp: Wenn du einen Growth-Marketer einstellen oder selbst einer werden willst, solltest du diese Fähigkeiten und Eigenschaften im Auge behalten. Ein guter Growth-Marketer kann nämlich einen entscheidenden Unterschied machen, wenn es um das nachhaltige Wachstum und somit den Erfolg deines Unternehmens geht.

Growth-Hacking im Vergleich zu Growth Marketing?

Growth-Hacking im Vergleich zu Growth Marketing

Du bist über den Begriff Growth-Hacking gestolpert und fragst dich, worin der Unterschied zu Growth Marketing liegt?

Nun, Growth-Hacking ist ein Aspekt von Growth Marketing. Es konzentriert sich dabei wie das klassische Marketing auf die Awareness und Acquisition Phasen des Funnels.

Somit kombiniert Growth-Hacking Aspekte des traditionellen Marketings mit analytischen Daten, um das Wachstum zu beschleunigen und Nutzerzahlen schnell zu steigern.

Growth Hacker verwenden hierzu innovative, kostengünstige Strategien und experimentieren unentwegt mit neuen Ideen, egal wie verrückt oder absurd diese zuerst klingen mögen. Denn oftmals sind es gerade diese verrückten Ideen, die ihnen am Ende die höchsten Umsätze bescheren.

Betrachten wir nur das Beispiel von Red Bull, welches am Anfang das Ziel verfolgte, einen Softdrink auf den Markt zu bringen, der Coca Cola vom Thron des beliebtesten Nicht-Alkoholischen Getränkes stoßen sollte.

Klassische Marketer wären mit diesem Ziel im Gepäck wie folgt vorgegangen:

Sie hätten Umfragen durchgeführt und Marktforschung betrieben, bei diesen Umfragen wäre herausgekommen, dass Menschen gerne ein Getränk hätten, welches größer als Cola ist, günstiger und besser schmeckt (solche Ergebnisse sind leider häufig, wenn man Menschen nach ihren Bedürfnissen und Wünschen befragt, weil wir leider keine Ahnung haben, was wir wirklich wollen).

Die Growth Hacker von Red Bull nahmen aber einen völlig anderen Weg, sie produzierten das genaue Gegenteil. Die stellten dem Markt ein Produkt vor, welches in einer kleineren Dose verkauft wird, teurer ist und zudem noch wesentlich schlechter schmeckt.

Wesentlich schlechter? Ja. Rory Sutherland beschreibt dies in seinem Buch Alchemy sehr eindrucksvoll:

„When I say that Red Bull tastes kind of disgusting, this is not a subjective opinion. No, that was the opinion of a wide cross-section of the public. Before Red Bull launched outside of Thailand, where it had originated, it´s widely rumored that the licensee approached a research agency to see what the international consumer reaction would be to the drink´s taste; the agency, a specialist in researching the flavouring of carbonated drinks, had never seen a worse reaction to any proposed new product.”

Und wie diese Geschichte endet, wissen wahrscheinlich die meisten: Red Bull verkauft heute über 6 Milliarden Dosen pro Jahr.

Doch wie findet man solche Growth Hacks?

Indem Sie unser Growth Marketing Framework nutzen und die Ergebnisse akribisch dokumentieren und nur so, stoßen Sie vielleicht eines Tages auf Gold.

Dennoch soll dieser Abschnitt für Inspiration und nicht für Ernüchterung sorgen und deshalb will ich kurz drei bekannte oder weniger bekannte Growth Hacks vorstellen, die von großen Unternehmen oder Marken erfolgreich genutzt wurden.

3 Growth Hacks

Growth Hack #1: Das PayPal Pay-Your-Costumer Programm

PayPal wird immer als das Archetype-Beispiel für eine Growth Hacking Kampagne angeführt und dies absolut zu Recht.

Denn durch einen relativ simplen Growth Hack sorgte PayPal dafür, dass es täglich um 7% bis 10% wuchs und in nur wenigen Monaten 5 Millionen Nutzer erreichte.

Und dies gelang PayPal durch eine sehr einfache Taktik, sie bezahlten Nutzer dafür, dass diese ihren Service nutzten und ihre Freunde warben.

Eine zugegeben sehr kostenintensive Taktik, aber die Ergebnisse sprechen ja bekanntlich für sich. 

Growth Hack #2: „The Critical Drinker“ Stand out from the crowd

Vielen Kritikern von Filmen, Büchern, Kunstwerken und Vergleichbarem geht es darum, so seriös wie möglich zu sein und aus einem Bereich der Worte über einen Bereich der physischen Erfahrungen zu schreiben.

„The Critical Drinker“, ein YouTuber, den man wohl am ehesten als einen Filmkritiker bezeichnen kann, hat aber einen völlig anderen Ansatz.

Er macht aus seiner gesamten Kritik ein Spektakel, eine Geschichte, die unterhält und so Kritik, bzw. Lob an den Mann bringt.

Doch was ist sein Ansatz?

Nun, wir alle meiden doch den allseits schwafelnden Betrunkenen, dessen Stammplatz der Ecksitz in der ranzigsten Kneipe der gesamten Stadt ist. Aber weit gefehlt, wahrscheinlich dachten wir dies nämlich nur, denn wir finden ihn ebenso amüsant.

Immerhin hat es „The Critical Drinker“ mit eben dieser authentischen oder besser gesagt einprägsamen Art geschafft, ein Millionenpublikum für sich zu finden.

Er hat seine eigene Stimme nämlich in einer leicht betrunkenen Parodie eben dieses Mannes gefunden. Leicht lallend analysiert er authentisch die neusten Filme und Serien und man hat wirklich Spaß diesem Schauspiel zu lauschen.

Der „Drinker“ ist selbst erfolgreicher Autor, was seiner Kritik eine gewisse Tiefe und Einsicht verleiht, die den Content noch zusätzlich interessant macht. Hinzukommen spricht er gesellschaftlich kontroverse Themen an und bleibt so in jedermanns Gedächtnis.

Humor trifft im „Drinker“ auf schonungslose Offenheit und geht eine heiße Affäre mit der unangenehmen Wahrheit über den modernen Zustand unserer Unterhaltungsindustrie im Allgemeinen und unserer großen Narrative im Besonderen ein.

Er ist ehrlich und authentisch und dies macht ihn zu einem absoluten Internet Celebrity, der innerhalb von wenigen Monaten über eine Million Abonnenten auf YouTube gewonnen hat. 

Growth Hack #3: Dropbox Empfehlungsprogramm

Der Cloud Anbieter Dropbox entwickelte ebenfalls ein Empfehlungsprogramm, um neue Kunden zu gewinnen.

So erhielten Bestandskunden für eine Kundenempfehlung mehr Speicherplatz in ihrem Dropbox-Konto. Wer Dropbox Basic nutzte, kann und konnte pro Empfehlung 500 Megabyte verdienen. Für Mitglieder von Dropbox Plus & Professional betrug die Belohnung sogar 1 GB pro Empfehlung.

So bringt Dropbox seine Abonnenten durch das Angebot von mehr Speicherplatz effektiv dazu, neue Leute einzuladen.

Fazit – Growth Marketing ist ein ganzheitlicher Marketingansatz

Wenn du eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann sollte es diese sein:

Growth Marketing ist ein ganzheitlicher Ansatz, der die Bedürfnisse, Wünsche, Besonderheiten und die User Experience der eigenen Zielgruppe während jedes Abschnittes der Kundenreise beachtet und versucht, so optimal wie möglich zu befriedigen.

Dabei legt Growth Marketing entscheidenden Wert auf eine gute Strategie und ermutigt unter dem Schirm dieser Strategie zu zahlreichen taktischen Experimenten.

Damit diese Experimente aber erfolgreich sein können, muss zuerst die eigene Strategie auf die jeweilige Zielgruppe ausgerichtet werden und dies gelingt dann am besten, wenn ganzheitlich über diese Strategie nachgedacht wird.